Der Hauswurz

 

 

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Der Hauswurz ist bei Gartenliebhabern allgemein bekannt als dankbarer, pflegeleichter Bewuchs für Steingarten-Pflanzungen. Gerade auch in der Floristik erlebt der Haus- oder Dachwurz in letzter Zeit ein Comeback, ist er doch sehr schön anzusehen und in ausgefallenen Pflanzgefäßen hat er seinen großen Auftritt. Man gebe ihm ein sonniges Plätzchen, selten etwas Wasser und er wird es einem mit wunderschönen Blüten und saftigen Blättern danken.

Eigentlich ist dieses hübsche Dickblatt-Gewächs nur im Süden Europas heimisch, wurde aber schon im frühen Mittelalter im Norden eingebürgert und hat sich an kältere Gefilde gewöhnt. Die Menschen im Mittelalter schwörten auf die Kraft des Hauswurzes, die Pflanze war Symbol für ewiges Leben, außerdem schützte sie vor Donner und Blitzschlag, deswegen war sie dem germanischen Gott Donar gewidmet. Karl der Große wies alle Bauern an ihre Dächer mit Hauswurz zu bepflanzen, das sollte den Kühen einen reichen Milchfluss bescheren und vor Blitzschlag schützen.Wenn der Hauswurz blühte, deutete man je nach Farbe der Blüten den Verlauf des restlichen Jahres. So zeugte es von einem bevorstehenden Unglück, z.B. einem kommenden Todesfall oder Totgeburt, wenn der Hauswurz weiß blühte. Blühte er dagegen rosa oder rot stand ein glückliches Jahr bevor. Verdörrte er, würde sich im Haus etwas gravierendes verändern. Bekannt wurde Hauswurz als Viagra des Mittelalters, mischten doch allerhand Frauen ihren Männern gepressten Hauswurz-Saft ins Getränk , um deren Manneskraft zu stärken. Auch Hildegard von Bingen empfahl ihn als Aphrodisiakum.

In der Natur wächst der Hauswurz nur noch selten, steht deshalb auf der Roten Liste, wenn überhaupt ist er noch vereinzelt im Hochgebirge zu finden. Es lohnt sich  auf jeden Fall, ihn im Garten oder in Töpfen und Kübeln zu kultivieren, er sieht recht hübsch aus, ist wintergrün und man kann ihn durchaus auch bei kleineren Erste-Hilfe-Maßnahmen gut gebrauchen.

Anwendungen als Heilpflanze

Der Hauswurz steckt voller Gerb- und Schleimstoffe,  Apfel- und Isozitronensäure und enthält reichlich Vitamin C. Er ist neben Aloe Vera das wichtigste Kraut zur Behandlung wunder, trockener und entzündeter Haut. Man nehme ein großes Blatt davon, ziehe die Haut ab und lege es auf die wunde Stelle oder zerstoße ein paar Hauswurz-Blätter und lege dies auf, das hilft auch gegen Insektenstiche ganz gut, es kühlt und desinfiziert zugleich.

Gegen Brechreiz hilft ein Tee aus Hauswurz- Blättern, man kocht einfach 4-5 Blätter auf und trinkt davon jede Stunde 2 Tl.

Bei Verstauchungen oder Stoßverletzungen bereitet man eine Hauswurzsalbe zu.

Rezept Hauswurzsalbe

  • 1 Tl Bienenwachs in ein Glas geben
  • ins heiße Wasserbad stellen , unter Rühren schmelzen
  • 4 El Johanniskrautöl oder Olivenöl und 4 El pürierten Hauswurz zugeben
  • Glas aus dem Wasserbad nehmen, öfter rühren bis die Masse abgekühlt ist

Im Kühlschrank lagern und binnen 4 Wochen verbrauchen.

Eine Einlagerung von Hauswurz für medizinische Zwecke ist eigentlich nicht nötig, da er ja das ganze Jahr frisch zur Verfügung steht. Er verbreitet sich auch sehr schnell durch Kindel , die ihn bald wie ein Kranz aus kleinen Rosetten umgeben. Eine wirklich tolle Pflanze die im Frühsommer mit ihren wunderschönen Blüten viele Bienen und Hummeln nährt, praktisch ein Muss für den naturnahen Garten!

 

 

 

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Die Rose- Königin der Blumen

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Im Moment haben wir ja die Zeit der Rosenblüte, und wenn man sich mal in den Gärten und Parks genauer umschaut, findet man eine enorme Vielfalt an Farben, Blütenformen und Düften, was nicht verwundert, denn es gibt rund 3000 Arten von Rosen auf der gesamten Nordhalbkugel.

Die Rose ist eine ganz besondere Blume, sie besitzt die Macht Herzen zu öffnen und Seelen zu erwärmen, das wusste man schon in der Antike, wo die Rose schon vor über 5000 Jahren geheiligt und geehrt wurde. Kleopatra liebte sie wie keine andere Blume und ließ, wenn ein rauschendes Fest bevorstand, die Festsäle kniehoch mit duftenden Rosenblättern auffüllen. Die Römer importierten tonnenweise Rosen aus Ägypten für ihre Thermen, sie waren nicht nur von dem Duft und der Schönheit der Rosen angetan, sondern wussten auch schon von der großen Heilkraft und der aphrodisierenden Wirkung dieser bezaubernden Blüten. Das kostbare Rosenöl wurde mit Gold aufgewogen, und in Anbetracht dessen, dass für einen Liter Rosenöl 3000- 4000 kg Blütenblätter gebraucht werden, verwundert das nicht, es ist auch heutzutage nicht gerade billig.

Im Paradieschen wachsen noch einige sehr alte Duft- und Kletterrosenstöcke, mein Vater hat sie vor vielen Jahren gepflanzt und sie blühen immer noch jedes Jahr wunderschön, so kann ich immer einen Vorrat an duftenden Rosenblättern und Hagebutten sammeln. Wer Rosen für medizinische Zwecke sammeln will sollte beachten, dass nur die Rosen verwendet werden, die Früchte – also Hagebutten – ausbilden. Moderne Edelrosen sind zwar schön anzusehen, bilden aber keine Hagebutten mehr und vom medizinischen Wert bleibt oft nicht mehr viel übrig. Natürlich sollte man auch nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln hantieren, es gibt genügend natürliche Alternativen seine Blumen vor Insekten und Pilzen zu schützen.Wer keinen Garten hat findet auch in der freien Natur einige Wildrosenarten zum Sammeln, aber bitte nicht alle Blüten und Hagebutten einer Wildrose ernten, immer einen Teil am Strauch lassen, für unsere Krabbler und Vögel!

Beste Tageszeit zum Sammeln ist der Vormittag, da die Rose einen natürlichen Sonnenschutz besitzt und in der Mittagshitze ihren Gehalt an ätherischen Ölen reduziert.  Die Blütenblätter werden im luftigen Schatten getrocknet, die Früchte werden geviertelt, sie müssen zum Einlagern gut trocken sein, sonst schimmelt die ganze Sache, wär ja schade drum. Ansonsten kann man sie gut ein Jahr aufbewahren. Am gehaltvollsten sind die Hagebutten nach dem ersten Frost. Sie enthalten immens viel Vitamin C, außerdem reichlich Mineralien, so stärken sie die körpereigenen Abwehrkräte und sind super für Teekuren geeignet. Dank Begleitstoffen wie den Flavonoiden bleiben die Vitamine im Tee größtenteils erhalten.

Ich pflücke die Rosenblätter am Vormittag, wenn der Tau gerade so verdunstet ist, und breite sie im Schatten locker zum Trocknen auf meinen Horden aus. Sie trocknen sehr schnell, das duftet wunderbar und der größte Teil der Farbe bleibt auch erhalten. Zum Einlagern sollte man sie dunkel und kühl stellen, dann hat man das ganze Jahr über Freude an seinen Rosen.

So, jetzt noch was zum medizinischen Zweck der Rose, heutzutage leider etwas in Vergessenheit geraten. So sehen Menschen in der Rose nur noch die „Schöne Blume“, nicht aber die Jahrtausende alte, bewährte Heilpflanze. Schade eigentlich, denn die Rose hat so viel mehr zu bieten als im Supermarkt zu Dumpingpreisen für jedermann verramscht zu werden. Produziert massenweise, von armen Afrikanern, die für ein Stück Brot am Tag ihre Gesundheit gefährden. Ich kann nur an alle appellieren diese Blumen stehen zu lassen, sie kosten diesen eh schon komplett ausgebeuteten Kontinent zuviel Blut und Wasser.

Die Heilkraft der Rose

Der Rosenblüten- Tee hilft sehr gut bei:

  • Mund- und Rachenschleimhautentzündungen
  • Durchfall
  • Magen- und Darmverstimmungen
  • Stress
  • Schlafstörungen
  • Narbenheilung
  • Menstruationskrämpfen

Tagesdosis: 1-2 Gramm Blütenblätter auf 200 ml kochendes Wasser, 3- mal täglich. Tee 7 min abgedeckt ziehen lassen, abgießen, mit oder ohne Honig genießen.

Hagebutten- Tee

2 Tl frische oder getrocknete Hagebutten in einem Viertel Liter Wasser über Nacht einweichen, am nächsten Tag zum kochen bringen, abseihen. Warm und mit Honig gesüßt zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte mehrere Wochen 3- mal täglich eine Tasse trinken.

Rosenblüten- Bad

Nach einem anstrengenden Tag wirkt ein Rosenblüten- Bad wunderbar entspannend und belebt die Sinne…Man nehme 2-3 Handvoll frische oder getrocknete Rosenblüten für ein Bad. Wenns ganz was besonderes sein soll mischt man das Badewasser mit 4 Tropfen Rosenöl  und einem Becher Sahne und ab in den Genuß, herrlich…

 

 

 

Lavendel-Blume der Reinheit

13643891_602872559894282_12572289_nLetzte Woche habe ich meinen Lavendel im Paradieschen geerntet, es war ein schöner sonniger Tag, ideal für die Lavendelernte, der sollte nämlich bevorzugt in der Mittagshitze gepflückt werden, weil da der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Ich liebe Lavendel, weil er so einen zauberhaften, betörenden Duft ausströmt und meinen Hobbyraum beim Trocknen mit dem wunderbaren Wohlgeruch der Provence erfüllt.

Die alten Römer und Ägypter wussten schon die vielfältige Kraft der Lavendel-Blüte  zu nutzen und gerade für die Römer wäre ein Tag ohne Lavendel ein verlorener Tag gewesen. Sie gönnten sich täglich ein Lavendelbad, benutzten Lavendelöl zur Körperpflege und wuschen ihre Kleidung in Lavendelsud. Der Name Lavendel ist abgeleitet von lat. lavare, auf deutsch waschen. Tatsächlich ist Lavendelöl eins der besten natürlichen Reinigungs- und Desinfektionsmittel, das wir zur Verfügung haben, außerdem hält der Lavendelduft Fliegen fern und in ein Kisselchen genäht im Bett vertreibt er Hausstaubmilben.

Im Garten liebt der Lavendel trockene, leichte Böden  in voller Sonne und trägt dazu bei, die lästigen Blattläuse auf natürliche  Art zu vertreiben

Die Heilkraft des Lavendel

In der Naturheilkunde ist der Lavendel eine sehr wichtige Heilpflanze mit einem vielseitigen Anwendungsspektrum. Als Blütentee getrunken hilft er bei

  • Unruhe
  • Nervösen Erschöpfungszuständen
  • Einschlafproblemen
  • Herzklopfen
  • Magenkrämpfen
  • Leichten depressiven Verstimmungen

Rezept Lavendeltee

1-2Tl Blüten mit einer Tasse  koch.Wasser überbrühen

5 min abgedeckt ziehen lassen

Nach Geschmack mit Honig oder Rohrzucker süssen

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Rezept- Lavendelbad

20 getrocknete Blüten oder 100 g frische in ein Liter kochendem Wasser ansetzen

Drei min kochen, 10 min ziehen lassen  und ab damit ins Badewasser

Das Bad in Lavendel wirkt entspannend ohne müde zu machen und ist nach einem anstrengenden Tag im Garten eine echte Wohltat. Das Lavendelöl ist übrigens eins der wenigen Ätherischen  Öle die man direkt auf die Haut auftragen kann. Es hilft sehr gut bei Verbrennungen und ist zur Desinfektion kleinerer Wunden gut geeignet. Im Sommer hält es auf die Haut gerieben Stechmücken fern.

So, ich hoffe mit meinem Bericht dazu beizutragen dass der ein oder andere drüber nachdenkt die Heilpflanzen, die uns die Natur gibt wieder mehr zu nutzen. Das ist auch meine Botschaft fürs Wochenende…back to nature. Unsere Kinder werden es uns danken!

 

Die Johannisbeere

13582353_601134260068112_1999593343_oDie Johannisbeere ist eine der wertvollsten heimischen Beeren,  die wir zum Anbau im Garten zur Verfügung  haben.

Sie enthält viel Vitamin C (170 mg in 100 Gramm), dazu Flavonoide, Gerbstoffe, Kalzium und Eisen, ist also sehr gesund und kann in der Küche vielseitig Verwendung finden, z.b für Kuchen, Desserts, Säfte, Gelees oder Liköre.

13617400_601134643401407_236057600_nIm Paradieschen wachsen zwei schon etwas ältere Johannisbeer- Büsche die uns jedes Jahr ca. 3 kg Früchte bescheren . Mit Freude (ja, ich mach das wirklich gerne) hab ich mich am gestrigen Sonntag  ans Johannisbeeren pflücken gemacht und siehe da, es hat sich wieder gelohnt, der Johannisbeer-Gelee für die nächste Weihnachtsbäckerei ist gesichert, es hat sogar noch für ein paar Fläschchen Sirup gereicht (den Sirup mix ich mir gerne löffelweise ins Wasser oder auch mal in ein Gläschen Sekt ). So, jetzt strahlt mein Gärtnerherz wieder, es gibt für mich fast nichts schöneres  als die Früchte meiner Arbeit in den Händen zu halten, das erfüllt  mich mit Stolz und Zufriedenheit.

Rezept für Johannisbeer- Sirup

Einen Liter kalten Johannisbeer-Saft mit einem Kilo Zucker verrühren, unter ständigem Rühren aufkochen lassen, eine Minute köcheln lassen, vom Herd nehmen und noch heiß in gründlich gereinigte Flaschen abfüllen, die man sofort verschließt. Dunkel und kühl lagern

Aber nicht nur die Beeren, sondern auch die Blätter  haben es in sich. Ich trockne sie ohne Stängel im luftigen Schatten auf meinen Horden und verwende sie als Tee für eine Entschlackungs- Kur im Frühling.

 

Rezept- Johannisbeer- Tee

Zwei Tl  Johannisbeer-Blätter (erst vor der Verwendung zerkleinern) mit ein Viertel kochendem Wasser übergießen, abdecken, 10 Min ziehen  lassen und abseihen.

Für die Entschlackungs oder Fastenkur trinkt  man 3- 5 Wochen lang täglich 3 Tassen, möglichst ungesüßt.

Heilkraft der Johannisbeere

In der Naturheilkunde bewährt sich der Tee aus Johannisbeer- Blättern bei Gicht, Rheuma und Arthrose,  weil er den Abtransport überflüssiger Schlacken und Gifte unterstützt und für höhere Harnmengen sorgt, deswegen hilft er auch ganz gut Blasenentzündungen ohne den Einsatz von Antibiotika zu behandeln.

Die vitaminreichen Beeren halten die Venen elastisch, schützen sie somit vor Arterienverkalkung. Der Johannisbeer-Sirup hilft bei Husten und Heiserkeit, wird besonders bei Kindern empfohlen, die ja bekanntlich von der bitteren Medizin nix wissen wollen, den Sirup aber gerne nehmen.

So, wie man sieht lohnt es sich auf jeden Fall, einen oder zwei Johannisbeer-Büsche zu pflanzen und da ich in puncto Heilpflanzen nicht genug bekommen kann werde ich im Herbst noch zwei schwarze Johannisbeer-Büsche pflanzen. Die sind eigentlich pflegeleicht. Ich schneide im Frühjahr die senkrecht wachsenden Wassertriebe ab und ansonsten sind die Johannisbeer-Büsche den Rest des Jahres sich selbst überlassen. Ach ja, beim Ernten lass ich natürlich ein paar Träubchen für die Vögel hängen, die wollen ja auch was zum naschen, bin ja gar nicht so…

Die Schafgarbe-Duftpflanze und Heilkraut

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Die Schafgarbe hat in meinem Garten gleich ein paar besondere Plätzchen verdient, ganz einfach, weil sie so wunderschön und vielseitig ist, außerdem füllt sie mein Paradieschen mit einer anspruchslosen Blühpflanze, die, noch dazu benachbarte Pflanzen im Wuchs unterstützt.

Diese hübsche und vielseitige Heilpflanze hat so einiges zu bieten, sogar für Gartenneulinge ist der Anbau kinderleicht. Am besten gedeiht die Schafgarbe auf kargem, mageren und trockenem Boden. Sie breitet sich relativ schnell durch Ausläufer und Aussamen im Garten aus. Wer keinen Garten hat, kein Problem, die Schafgarbe wächst auch häufig auf Heuwiesen und Ödland. Geerntet wird am besten in der Mittagszeit, da ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Wir schneiden nur das oberste Drittel ab, damit die Pflanze geschont wird, außerdem regt das zu neuer Blütenbildung an, so können wir in ein paar Wochen nochmals ernten. Dann binden wir sie zu kleinen Sträußen und hängen sie an einem luftigen, warmen Ort, nicht gerade in die volle Sonne, zum Trocknen auf.

Sobald das Kraut getrocknet ist, werden die Blüten und Blätter abgezupft und vor Licht geschützt gelagert. Ich habe mittlerweile einige bunte Schafgarben gepflanzt und mische diese zur einfachen Wiesen-Schafgarbe dazu, um einen Farbtupfer in den Tee zu bringen.

Die Schafgarbe ist im Paradieschen mehr als nur eine Heilpflanze, ich nutze sie auch gern für allerlei Dekorationen, wie für Trockenblumen-Sträuße und Gebinde. Außerdem ist die Schafgarbe wirklich sehr pflegeleicht und wächst sogar mit zwei Handvoll Erde auf Steinen oder Mauern. Den Samen gibts übrigens im spezialisierten Versandhandel sehr günstig zu kaufen, einfach ausstreuen wo man sie haben will und fertig ist die Laube…

So, jetzt noch ein paar Infos wie wir die Schafgarbe für unsere Gesundheit nutzen können, auf diesem Gebiet hat die hübsche, wohlriechende Heilpflanze wirklich viel zu bieten.

Heilwirkung und Anwendung der Schafgarbe

Die Schafgarbe gehört zu den besten Heilkräutern, die wir zur Verfügung haben, sie ist reich an ätherischen Ölen, Flavonoiden und Kieselsäure, diese wirken antibakteriell, entzündungshemmend, sowie krampflösend. Innerlich angewendet hilft die Schafgarbe als Tee gegen allerlei Verdauungsbeschwerden, wie Magenkrämpfe, Blähungen und Übelkeit. Außerdem unterstützt sie die Behandlung bei hohem Blutdruck und beruhigt die Herzfrequenz bei chronischem Stress.

Äußerlich wird sie in Form von Auflagen, Kompressen und Wickeln mit langbewährtem Erfolg zur Wundbehandlung und Blutstillung bei Verletzungen aller Art angewandt. Wer den Götz von Berlichingen gelesen hat weiß, dass damals schon die verletzten Ritter mit der heilenden Kraft der Schafgarbe erfolgreich versorgt wurden. Für Frauen ist die Schafgarbe besonders interessant, da sie als ein zuverlässiges Hausmittel bei verschiedenen Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden oder Krämpfen im Unterleib gilt, sie hilft auch starke Blutungen zu regulieren. Sitzbäder mit Schafgarbe wirken hier Wunder.

Rezept-Schafgarben-Tee

Man nehme 2 Tl getrocknetes Schafgarbenkraut, überbrühe dieses mit einer Tasse heißes Wasser und lasse es 8 min zugedeckt ziehen, abseihen , fertig. Täglich 3- bis 4 Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken, zur Unterstützung einer Heil oder Fastenkur. Wichtig: Nach so einer 6- 8 wöchigen Trinkkur sollte man mindestens 6 Wochen bis zur nächsten Kur pausieren.

Rezept- Schafgarben-Tee zur Wundbehandlung

Ein gehäufter El Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, bedeckt 10 min ziehen lassen und abseihen.Darin Kompresse oder Umschlag tränken und auf die Wunde oder Verletzung auflegen.

Rezept- Schafgarben- Sitzbad

100 Gramm Schafgarben-Kraut mit 2 Liter kochendem Wasser überbrühen, zugedeckt 10 min ziehen lassen, danach absieben und dem Sitzbad zufügen. Nach 20 minütigem Bad sollte man möglichst eine Stunde zugedeckt ruhen, um die Heilung zu fördern.

Ich trinke den Schafgarben-Tee sehr gerne mal zwischendurch, süße ihn mir auch mal mit einem Löffelchen Honig und was soll ich sagen, dieses Kraut schmeckt einfach himmlisch, als wäre der Sommer darin eingefangen worden…kann ich jedem nur wärmstens empfehlen. Wirklich, im Gegensatz zu manch anderem Heilkraut schmeckts wirklich gut und gehört zu meinen 5 Lieblingsteesorten. Außerdem aus eigenem biologischen Anbau für umsonst. In Marmeladengläser abgefüllt, bisschen mit Deko aufgepeppt und fertig ist das persönliche Mitbringsel für alle Gelegenheiten.

Hier noch ein paar Bilder meiner schönsten Blumensträuße mit Schafgarben, sie verleihen jedem Strauß den herrlichen Duft des Sommers…eine wahre Freude

Ein Arbeitsplatz zum Träumen

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Heute möchte ich mal meinen im letzten Winter frisch renovierten Arbeits- und Hobbyraum vorstellen und was soll ich sagen, er ist wirklich superschön und gemütlich geworden.

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Hier hab ich jetzt die Ruhe und das Ambiente das ich brauche, um kreativ und mit Freude meinen Hobbys nachzugehen. Der Raum ist auch ideal zum Kräutertrocknen, weil es hier immer schön warm ist. Ich mag den süßen, manchmal auch heuartigen Duft, den die verschiedenen Kräuter ausströmen und mir für meine Schreibarbeit Inspiration geben.

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Ein Sofa zum Ruhen, Träumen und für gemütliche Sunden darf natürlich auch nicht fehlen. Ja, und da meine Gedanken oft und ausgiebig in alle Richtungen schweifen, wirds mir hier nie langweilig, den Fernseher könnte ich fast einmotten, das Programm ist eh nur noch zum würgen…

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Hier noch ein paar Bilder vom Umbau, ich habe, na klar, auf natürliche Materialien gesetzt. Die Fensterfront habe ich mit einem sehr schönen Goldquarzit umrandet, den Boden mit Feinsteinzeug gefliest, in das ich einige hübsche Mosaiken gelegt habe, und die restlichen Wände habe ich mit einem Mineral- Strukturputz (Presto Carrara) rustikal modelliert.

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Als indirekte Beleuchtung dient eine wunderschöne, große, gelbe Sandsteinplatte, die auf der Rückseite mit einem Farbwechsel-Led-Band beklebt ist. Das ganze zaubert am Abend  eine romantische und  stimmungsvolle Atmosphäre…

My home is my castle kann ich da nur sagen..

Damit ich auch viel Platz zum schaffen habe, darf ein großer Tisch aus massivem Buchenholz nicht fehlen. Natürlich selbst entworfen und gebaut.

In die Mitte der Tischplatte haben wir noch eine Geheimschublade eingebaut, in der allerlei Kleinigkeiten verstaut werden können. Ein schönes, stabiles Unikat für 160 Euro Materialkosten.

Die Blumenwiese als Hausapotheke

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In unserem Garten wachsen unendlich viele, verschiedene Pflanzen aller Arten. Eine wunderbare Vielfalt an Bäumen, Sträuchern, Kräuter und Gemüsepflanzen verwandeln unser kleines Paradies in einen Ort, an dem wir Mutter Natur jeden Tag aufs neue entdecken können.

Ich liebe alle Gewächse, aber ganz besonders liebe ich die vielen Blumen, die sich im Laufe der letzten Jahre hier  angesiedelt haben. Es gibt unzählige Stauden, einjährige Sommerblumen, Fettpflanzen die blühen und wahnsinnig viele, schöne Wiesenblumen. Die Wiesenblumen wachsen und verbreiten sich natürlich nur, wenn man den Rasenmäher einfach mal im Schuppen einsperrt und das Gras wachsen läßt,  bis sich Ende Juni – Juli die verschiedenen Blumen, deren Samen einst vom Wind angeweht wurden aussamen können.

Wir schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe….Erstens ersparen wir uns damit sehr viel Zeit, die wir vorher mit Rasenmähen verbracht haben, (bei 3000 qm waren das alle paar Wochen immerhin 6 – 7 Stunden) und zweitens wird unsere Wiese von Jahr zu Jahr bunter, vielseitiger und natürlicher. So haben sich neben den Wiesenblumen auch einige Wild und Heilkräuter angesiedelt die wir nach und nach für unsere Gesundheit entdecken und nutzen lernen. Mutter Natur hat in puncto Heil und Nutzkraft  mit ihren Pflanzen so viel zu bieten dass wir uns einiges „gesundes “ aus der Apotheke sparen könnten .

Außerdem ist so eine natürliche Blumenwiese ein vollständiges Ökosystem, das unwahrscheinlich viele Insekten und sonstiges nützliches Kleingetier wie ein Magnet anzieht. Schon mal im Sommer an einem schönen Tag einfach mal in die Wiese gelegt und mit geschlossenen Augen der Natur gelauscht? Wenn nicht, dann unbedingt nachholen, da tun sich vergessene Welten aus der Kinderzeit auf, das Zirpen der Grillen, das Summen und Brummeln der Bienen und Hummeln, das Rauschen der Gräser, plötzlich nimmt man auch den feinen Duft der Natur wahr…fast betörend.

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Glücklich kann sich schätzen, wer die Ringelblume in seinem Garten hat. Sie ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen, die Gott uns gegeben hat . Da sich die Ringelblume jedes Jahr wieder zuverlässig selbst aussät, hat man mit dem Anbau null Arbeit und weil die Wundheilkraft der Ringelblume ungeschlagen ist mache ich mir bevorzugt eine Ringelblumen- Wundheilsalbe. Das ist relativ einfach, die Salbe hält sich im Kühlschrank auch ohne Konservierungsstoffe fast ein Jahr lang.

Rezept für Ringelblumen -Salbe

  1. 20 g frische Blütenköpfchen in 100 ml hochwertigem Sonnenblumenöl 15 min erhitzen (nicht kochen).
  2. Dann absieben und das Ringelblumenöl wieder in den Topf geben.
  3. 15 g Bienenwachs (gibts in der Apotheke) in dem Öl zum Schmelzen bringen
  4. Topf vom Herd nehmen und in Salbendosen abfüllen
  5. abgedeckt erkalten lassen, danach Deckel schließen

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Nicht lachen, Gänseblümchen, früher auch Maßliebchen genannt, kann man sehr vielseitig in der Küche verwenden. Sie sehen nicht nur dekorativ aus, sondern können auch allerlei Speisen aufpeppen. Wir essen sie ganz gerne in Salaten oder Suppen, außerdem bereite ich davon alljährlich einen wertvollen Gänseblümchen-Sirup zu. Der Gänseblümchen-Sirup ist ein sehr gutes Heilmittel für Husten, Heiserkeit und Bronchitis. Davon drei mal täglich 1 Tl einnehmen wirkt wahre Wunder ! Hier das Rezept :

Gänseblümchen-Sirup

  1. 2 gute Hand voll Gänseblümchenblüten, -knospen und -blätter in 1 1/2 Tassen Rohrzucker einkneten und über Nacht ziehen lassen.
  2. Am nächsten Tag Flüssigkeit abfüllen und fertig ist ein feiner Sirup, der im Kühlschrank gelagert etwa 3 Monate haltbar ist .

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Arnika der Nerven wurde das leuchtend gelb blühende Johanniskraut früher auch genannt. Diese Heilpflanze hat wegen ihrer besonderen Wirkung einen hohen Stellenwert in der Naturmedizin erlangt. Sie hilft bei Melancholie, leichter bis mittelschwerer Depression und wird auch äußerlich angewandt als Johanniskrautöl bei Verletzungen, Verbrennungen und zur Einreibung bei rheumatischen Schmerzen.

Ja, und da ich von Zeit zu Zeit an trüben Verstimmungen leide, vor allem im Winter, wenn im Garten nicht viel los ist, nutze ich natürlich auch die Kraft des Johanniskrauts und bereite mir in der dunklen Jahreszeit täglich 2 Tassen Johanniskraut-Tee zu. Zu meiner Freude hat das heilende Kraut auch in meinem Garten sich üppig verbreitet, sodass ich fast meinen gesamten Bedarf aus heimischem Bestand decken kann. Ein Hoch auf die natürliche Blumenwiese!

Rezept für Johanniskraut-Tee

  1. 1 – 2 Tl Johanniskraut (immer nur die oberen 15 cm der Pflanze verwenden) mit 200 ml kochendem Wasser überbrühen und 7 – 8 min ziehen lassen.
  2. Von diesem Tee 2 -3 mal täglich 1 -2 Tassen möglichst ungesüßt genießen. Das hellt die Stimmung auf und vertreibt Melancholie.

So, das war nur ein kleiner Auszug dessen, was so eine bunte Blumenwiese an Heilpflanzen mit sich bringt und wie man sie für seine Gesundheit nutzen kann, vorausgesetzt man lässt der Natur und der Wiese ihren Lauf…

Würden mehr Menschen der Naturheilkunde Glauben schenken dürfte das der Pharmaindustrie bitter aufstoßen. Die macht uns nicht selten mit ihrer Arznei eher krank, weil überlegt mal, ein gesunder Patient brauch ja keine Präparate mehr zu kaufen, ist also eine Heilung überhaupt noch erwünscht?! Also liebe Leute, 2 und 2 zusammenzählen und bei kleinen Wehwehchen auch mal zur sanften, natürlichen Medizin greifen. Spart n Haufen Geld und tut dem Körper gut!

Noch mehr Rezepte gibts in der Rezepteabteilung.

Wissenswertes über Dill

20160623_093636-1Dill, wegen seines gurkenartigen Geschmacks auch Gurkenkraut genannt, ist eine sehr aromatische Heil- und Gewürzpflanze, die schon von den alten Ägyptern vor 3600 Jahren kultiviert und genutzt wurde, und heute zu den am häufigsten angebauten Kräutern in Deutschland gehört.

Ich gefriere regelmässig einen großen Teil davon ein und mache aus dem Rest Dillessig (Rezept kommt in einem separaten Post) oder Salatkräutermischungen. Habe leider keine aktuellen Fotos von der Herstellung, da ich gerade frisch operiert bin und mich mit dicker Backe auf der Couch vor der Hitze drücken darf, aber das folgt noch. Naja, um euch das Gejammer zu ersparen, hier kommen mal die wichtigsten Infos so rund um den Dill:

Anbau und Ernte

Bei meinem Dill ernte ich bis ca. in den August hinein nur das Grün und lasse die Dolden erst noch stehen. Sobald im Spätsommer dann die Samen soweit sind entferne ich den Rest der Pflanze und schüttel die Blüten über dem Hochbeet aus. Somit ist fürs nächste Jahr schon alles fix und fertig. In der Mischkultur fördert Dill übrigens das Wachstum von Salat, Gurken, Karotten, Zwiebeln und allerlei Kohl- und Gemüsearten.

Der Dill als Heilpflanze

Der Dill gehört zu den reinigenden Heilpflanzen, bei denen die Übergänge zwischen Heilkraut und Gewürz fließend sind. Dill findet als Heilkraut in folgenden Bereichen Anwendung:

  • als Tee oder Gewürz entkrampft es den Magen-Darm-Trakt und geht gegen Bakterien vor
  • wirkt sich günstig auf Herztätigkeit und Blutdruck aus
  • wirkt magenberuhigend und entzündungshemmend
  • beruhigt angegriffene Nerven und bekämpft Unruhe
  • regt den Appetit an
  • wirkt harntreibend
  • wirkt beruhigend und gegen Schlaflosigkeit (besonders als Fußbad aus einem Samenabsud)
  • hilft bei Halsweh und Kehlkopfentzündung – am besten mit dem Tee gurgeln
  • gegen Mundgeruch oder bei schlechtem Geschmack im Mund (Kraut oder einige Körnchen kauen)
  • das ätherische Öl hilft äußerlich gegen Bauchweh und Kopfschmerzen (einfach betroffene Stelle einreiben)
  • Tee hilft außerdem gegen Brechreiz und Schluckauf

Dill in Küche und Ernährung

20160605_140408Aufgrund seines feinen Geschmacks wird der Dill hauptsächlich bei eingemachten Gurken, Fischgerichten oder als Dillsauce verwendet.  Die feinen und würzigen Dillblüten unterstützen neben Gurken auch wunderbar Zucchini, Tomaten, Eierspeisen und machen sich auch super im Frischkäse oder auf dem Brot dazu. Die Dillsamen schmecken etwas schärfer und ein bisschen nach Kümmel. Bei salzarmer oder salzfreier Diät sollte man auch viel Dill in der Küche verwenden, weil er so reich an Mineralsalzen ist. Im Rezeptebereich gibt es von mir bald noch alle möglichen Rezepte mit Dill – Dillsauce, Dillschmarrn, Dillbutter, Dillöl, Dillessig und eine Anleitung für eingelegte Gurken.

Volksglauben und Magisches zum Dill

Vom Dill glaubte man seit jeher, dass er ein probates Mittel gegen Hexen sei und vor böser Beeinflussung schütze. Auch generell als Glücksbringer wurde er oft gemeinsam mit Salz in der Tasche oder ihm Schuh mitgenommen, z.B. damit das Brot gelingt, um vor Bösem zu bewahren, um das richtige Vieh am Markt zu finden oder um vor Gericht Recht zu behalten. Bei Gewitter brannte man Dill und Hartheu an mit den Worten: „Harnau und Dill, mach das Gewitter still.“

Na bei dem reichlichen Dill-Vorkommen bei uns im Garten ist es ja dann kein Wunder, dass wir wieder mal von sämtlichen schweren Unwettern verschont geblieben sind dieses Jahr.

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Unser Gartenteich – Heimat vieler Nützlinge

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Heute bin ich bei meinem täglichen Gartenrundgang mal wieder an den Teichen hängengeblieben. Dieses Kleinod , das mein verstorbener Vater ursprünglich mal zur Fischzucht angelegt hatte, ist ein Juwel im Garten. Im Laufe der letzten Jahre haben wir daraus ein kleines Ökosystem gebastelt, haben überall neue Uferzonen eingerichtet, viele unterschiedliche Wasserpflanzen eingebracht und die Fische reduziert.

Weiterlesen „Unser Gartenteich – Heimat vieler Nützlinge“

Die Walderdbeere – Heil- und Genusspflanze

imageDie Älteren unter uns kennen sie noch, die gute alte Walderdbeere.  Ach, wie schön war das doch früher, wenn wir Sonntags mit der ganzen Familie in den Wald spazierten und dabei die kleinen süßen Früchtchen sammeln konnten. Mancher hat dann natürlich mehr genascht als gesammelt, is klar 🙂 …

In unserem Garten sind deswegen schon seit ich denken kann in jeder Ecke Walderdbeeren beheimatet , da wir sie schon als Kinder ausgegraben haben und im heimischen Garten integrierten. Obst mit Migrationshintergrund sozusagen!

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